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Mittwoch, 7. Januar 2026

Kriegsuntüchtig werden

Es ist dieser großartige Artikel mit dem Titel „Kriegstüchtig“ von Ingo Schulze, der mich schon wieder darüber nachdenken lässt, ob ich kriegstüchtig bin oder sein will. Mehr noch als die Frage ob stellt sich für mich die Frage: Wofür eigentlich? Für mein Land? Für diesen Staat?

Für einen Staat, der sich einen angeblichen Sozialstaat angeblich nicht mehr leisten will? Einen Staat, der es zulässt, dass mittlerweile über eine Million Menschen keine Wohnung haben? Der Frauen immer noch kriminalisiert, nur weil sie über ihren Körper bestimmen wollen? In dem es asozial ist, soviel für Sozialabgaben und Krankenversicherung zu bezahlen, dass am Ende nicht genug zum Leben bleibt, aber es nicht Asozial ist Milliardengewinne nicht zu versteuern? Der seine Bürger nahezu vollständig überwachen lassen will – auch durch oder gerade von Unternehmen, die mit Faschisten zusammenarbeiten? Der Gesetze im großen Stil von Lobby-Verbänden ausarbeiten lässt, als im Sinne des Volkes zu handeln. Der einen völkerrechtswidrigen Angriff als rechtlich komplex einordnet? Der Schutzsuchende im großen Stil abschieben will? Der Journalisten drangsaliert und unliebsame Meinungen gar nicht erst zulässt? Der die Zukunft seiner Bürger gegen den Profit ausgedienter Fossilien eintauscht? Der es Superreichen ermöglicht, auf Kosten aller ihren Reichtum zu vererben?

Für ein Land, in dem man das Gefühl hat, dass jeder noch so kleine soziale Fortschritt jederzeit zur Disposition steht. Ein Land, das bereit ist, alles dem wahnsinnigen Mantra des Wachstums zu opfern. Ein Land, das für die beiden größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte maßgeblich verantwortlich ist – und dennoch zulässt, dass sich die zugrunde liegende Ideologie ungehindert ausbreitet, bis hinein in die Parlamente.

Ich könnte ewig so weiter machen, aber ich denke, man erkennt, worauf ich hinauswill. Auch wenn ich gelegentlich Land, Staat, Regierung oder Bevölkerung gleichsetze. Aber die Reichweite meiner Beiträge ist überschaubar, also kann ich mir diese Ungenauigkeit erlauben.

Nein, ich bin nicht kriegstüchtig – und ich will es auch nicht werden. Ich möchte kriegsuntüchtig sein. Nicht in der Lage, auch nur im Traum auf Befehl eine Waffe auf einen anderen Menschen abzufeuern. Angewidert von dem Gedanken, in einem Kontrollraum eine Drohne zu steuern und damit zu töten wie in einem Videospiel. Von Selbsthass zerfressen werden, sollte ich den Schicksalsfaden eines anderen Menschen und das seiner Nächsten durchtrennen. Das Leben und seinen Erhalt in jedem Fall über den Tod stellen.

Und falls nun die Möchtegern-Patrioten meinen, ich sei undankbar, weil dieser Staat ja doch einiges für seine Bürger tue, dann sage ich: In einer Demokratie ist es die Aufgabe des Staates, für seine Bürger da zu sein – denn diese sind der Souverän. Und unter diesem Gesichtspunkt tut dieser Staat viel zu wenig für die meisten.

Und falls die Ewiggestrigen glauben, mir die Familie als Argument entgegenhalten zu können, die ich doch zu schützen hätte, dann erwidere ich: Meine Familie schütze ich nicht, indem ich tot in einem Schützengraben liege, sondern indem ich bei ihr bin. Indem ich sie auf ihrem Weg begleiten kann. Zur Not auch weg – dorthin, wo es weitergehen kann.

Und zu guter Letzt gibt es die Pseudo-Demokraten, die dieses Land für einen Hort der Freiheit und Gleichheit halten. Diese bitte ich, den Beitrag noch einmal von vorn zu lesen.

Samstag, 8. Februar 2025

Aufruf an die Arbeitgeber

Diesen Brief habe ich am 03.02.2025 an die Geschäftsführung meines Arbeitgebers geschickt. Hier möchte ich Ihn nahezu unverändert veröffentlichen. Lediglich den Namen des Unternehmens habe ich anonymisiert, da die Veröffentlichung dessen nicht abgesprochen ist.

Vielleicht habt ihr auch einen Arbeitgeber den man aktivieren kann. Ihr dürft euch gerne bedienen.


Liebe Geschäftsführung,
was sich in den letzten Jahren in der Welt abspielt, ist beängstigend. Ich meine nicht die verheerenden Kriege in der Ukraine, in Nahost oder die vielen unbeachteten Konflikte. Ich meine auch nicht die Folgen des Klimawandels, die mittlerweile fast täglich unmittelbar erfahrbar sind.

Ich meine das weltweite Erstarken der Faschisten. Man mag sie auch Nationalkonservative, Rechtspopulisten, Rechtsextreme, Neoliberale oder sonst wie nennen; das macht wenig Unterschied. Denn wenn diese Typen z.B. in Ungarn, Polen, Österreich oder den Niederlanden in der Regierung sitzen, ist das schrecklich. Denn man kann beinahe wöchentlich sehen, wie sie Entwicklungen und Entscheidungen in einem demokratischen Europa beeinflussen und torpedieren. Wenn sie in den USA die Regierung stellen, macht ihre schiere Macht gepaart mit ihrer Unberechenbarkeit das Ganze furchterregend.

Aber nun scheint es, als ob sie auch in Deutschland kurz davor sind den Ton angeben zu können. In dem Land, das eine historische Verantwortung durch den Nationalsozialismus hat, und das sich als Vorbild oder Vorreiter in der Welt oder der EU sieht, und das zumindest teilweise auch ist. Indirekt bestimmen sie auch hier schon lange den Diskurs, denn die Themen werden immer destruktiver und die Rhetorik der meisten Parteien wird immer gruseliger. Dabei haben sie bei der letzten Bundestagswahl nur wenig mehr als 10% erreicht. Man mag sich gar nicht ausdenken was in diesem Lande los sein wird, wenn sie ihre Sitzzahl verdoppeln.

Denn es geht ihnen nicht darum ein paar (mehr) Migranten abzuschieben, kriminelle Ausländer auszuweisen oder zu verhindern, dass ein Paar Schwule heiraten. Es geht Ihnen auch nicht darum die Macht wieder in die Hände des „Volkes“ zu legen oder die sog. Eliten mit dem „Volk“ zu vereinen.

Nein, es geht ihnen darum, absolute politische Macht in die Hände der Exekutive zu legen und die wirtschaftliche Macht in die Hände der Konzerne und der Reichen.

Wenn Ihnen das gelingt, dann wird man nicht mehr sagen können, dass die Regierung schlecht ist, ohne dafür eingesperrt zu werden. Man wird nicht mehr öffentlich bessere Bedingungen für Erzieher, Lehrer und Pflegekräfte fordern können, ohne ein Strafverfahren fürchten zu müssen. Man wird nicht mehr 2 Tage krank sein können und trotzdem bezahlt werden. Ein Mann wird nicht mehr zu Hause die Kinder betreuen können, damit die Frau Karriere machen kann. Vielleicht werden Kinder wieder in der Schule geprügelt und elterliche Züchtigung wird wieder der Standard. Vielleicht dürfen Frauen keine Hosen und Männer keine Röcke mehr tragen. Vielleicht werden sie ökologische Landwirtschaft verbieten und Veganer zum Fleisch Essen zwingen. Bestimmt werden sie das ein oder andere davon nicht machen, aber ganz bestimmt werden sie noch andere, nicht auszudenkende Drangsalierungen und Repressionen umsetzen.

Doch zu guter Letzt wird in einem Schulbuch nicht mehr die Wahrheit über den Holocaust, die Evolution und den Klimawandel stehen dürfen.

Letztendlich ist ihr Ziel uns in ein modernes Mittelalter zu katapultieren und sämtliche gesellschaftlichen Errungenschaften der letzten 200 Jahren zurückzunehmen. Sie nennen das links-grüne Ideologie, so als ob uns das alles von „Oben“ aufgezwungen wäre. In Wahrheit aber ist es Freiheitskampf gewesen, der uns diese Errungenschaften gebracht hat. Freiheitskampf von „Unten“! Unsere Eltern und Großväter, unsere Urgroßmütter und Urahnen haben dafür gekämpft.

Es ist das Leben, das wir gerade leben. Wir Alle! Das Leben, das die meisten von uns weiterleben wollen. Und wenn ich daran denke, dass meine beiden kleinen Kinder in einer solchen Welt ihr Leben verbringen müssten, dann bekomme ich solche Angst, dass ich mit meiner Familie flüchten möchte. Aber wohin? Ich bin 44 Jahre alt, bin in diesem Land aufgewachsen, habe an verschiedenen Orten gelebt und meine Familie hier gegründet. Aber ich war immer hier. Flucht wäre das Allerletzte.

Die deutsche Gesellschaft hat teilweise begonnen sich gegen diese Entwicklung aufzulehnen. Gewerkschaften, demokratische Parteien, NGOs, Kirchen und andere Vereinigungen organisieren Demonstrationen und Informationskampagnen. Nur vereinzelt hört man allerdings Unternehmen, die ihre Stimme deutlich erheben. Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken, warum das so ist. Aber vor der Europawahl war das schon anders.

Gerade *****, als einer der führenden Bildungsverlage Deutschlands, hat aus meiner Sicht eine besondere Verantwortung und Verpflichtung sich dem entgegenzustellen. "Nie wieder ist jetzt!" heißt es. Und vielleicht wäre es besser gewesen Gestern schon etwas getan zu haben, aber Heute ist es bestimmt noch früh genug, während es Morgen bereits zu spät sein könnte.

Daher wünsche ich mir eine klare Botschaft meines Arbeitgebers. Eine Wahlempfehlung wäre wohl nicht angebracht, aber eine Nicht-Wahlempfehlung mit entsprechender Aufklärung sicherlich sinnvoll. Vielleicht als viel größeres Zeichen sogar zusammen mit unseren Mitbewerbern. Und diese Botschaft sollte nicht nur nach Außen gesendet werden, sondern auch nach Innen, ins Unternehmen. Denn machen wir uns nichts vor: Auch unsere Mitarbeiter werden zumindest zum Teil mit der AFD sympathisieren. Ob nun 10, 20 oder 30% spielt keine Rolle.

Bitte tut euer Möglichstes, um den Lauf der Dinge positiv zu beeinflussen.
Denn ansonsten kann all das, für das ***** steht und stehen möchte, und mit dem ich mich als Mitarbeiter identifiziere, umsonst gewesen sein.

Vielen Dank für euer Engagement!

Sonntag, 29. April 2018

Warum ich diesen Blog schreibe ...

... ist mir heute mal wieder klar geworden als ich mein Konto bei meta.tagesschau.de eingesehen habe. Von meinen, immerhin 16 Kommentaren in den letzten 16 Monaten, sind 7 durch die Moderation nicht freigegeben worden. Völlig ohne Begründung und für mich nicht nachvollziehbar, vor allem inhaltlich nicht.
Ich habe Niemanden persönlich beleidigt oder diffamiert, nicht zu Gewalt- oder Straftaten aufgerufen. Auch nicht zu Schwarzfahren oder öfftentlichem Urinieren! Allenfalls den ein oder anderen Rechtschreib- und / oder Grammatikfehler kann man mir vorhalten.
Trotzdem wird meine Meinung zurückgehalten, während der gestrige geistige Bullshit Anderer in Hülle und Fülle die Kommentarthreads flutet.
Doch bevor ich fortfahre hier ein paar Beispiele von nicht veröffentlichten Kommentaren, samt Verweis auf den entsprechenden Artikel:
Diese 4 Beispiele sind meiner Ansicht nach ausreichend um verschiedene Schlußfolgerungen zu ziehen:
  1. Zensur ist (zumindest nach meiner Auffassung) ein Eingriff in die freie Meinungsäußerung. Wenn ein Presseorgan einer Nation, die sich zur "freiheitlichen Gesellschaft" zählt, solche Kommentare zensiert, frage ich mich auf welcher Grundlage eben diese Presse denn eigentlich noch arbeiten will. #freethemind
  2. Die Moderatoren der Tagesschau sind allesamt große Freunde der freien Meinung, aber diese muss bitte formal korrekt geäußert werden. Auch kleinste Fehler, die zur Verunglimpfung der deutschen Sprache führen können, sind nicht zu tolerieren!
  3. Die Moderatoren sind gar keine Menschen, sondern schlecht programmierte Bots die nur nach Signalwörtern wie Nazi, Taliban oder Spam suchen und daraufhin den ganzen Kommentar sperren. Es lebe die Dummheit! 
  4. Das führt automatisch zur Vermutung, dass auch Claus Kleber und Gundula Gause gar keine Menschen sind sondern Text Prompter gesteuerte Maschinen. Ich habe es doch gewusst!
  5. Die Tagesschau als Nachrichtensendung der quasi-staatlichen Medien ist überhaupt nicht an Information und Meinungsäußerung interessiert, sondern vorranging an Volksverdummung und Meinungsmache. Das würde erklären warum wir den ganzen Kram auch noch durch eine Zwangsabgabe (GEZ) finanzieren. Es lebe Deutschland!
  6. Es lohnt sich überhaupt nicht sich darüber aufzuregen, denn durch meinen Kommentar würde sich sowieso nichts ändern. Kein geistiger Dünnschiss würde vermieden werden, Keine albernen Entschuldigungsarien vollschlanker Politiker würden entfallen, Keine Festung Europa würde zusammenbrechen, keine Gleichberechtigung geschaffen.