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Mittwoch, 7. Januar 2026

Kriegsuntüchtig werden

Es ist dieser großartige Artikel mit dem Titel „Kriegstüchtig“ von Ingo Schulze, der mich schon wieder darüber nachdenken lässt, ob ich kriegstüchtig bin oder sein will. Mehr noch als die Frage ob stellt sich für mich die Frage: Wofür eigentlich? Für mein Land? Für diesen Staat?

Für einen Staat, der sich einen angeblichen Sozialstaat angeblich nicht mehr leisten will? Einen Staat, der es zulässt, dass mittlerweile über eine Million Menschen keine Wohnung haben? Der Frauen immer noch kriminalisiert, nur weil sie über ihren Körper bestimmen wollen? In dem es asozial ist, soviel für Sozialabgaben und Krankenversicherung zu bezahlen, dass am Ende nicht genug zum Leben bleibt, aber es nicht Asozial ist Milliardengewinne nicht zu versteuern? Der seine Bürger nahezu vollständig überwachen lassen will – auch durch oder gerade von Unternehmen, die mit Faschisten zusammenarbeiten? Der Gesetze im großen Stil von Lobby-Verbänden ausarbeiten lässt, als im Sinne des Volkes zu handeln. Der einen völkerrechtswidrigen Angriff als rechtlich komplex einordnet? Der Schutzsuchende im großen Stil abschieben will? Der Journalisten drangsaliert und unliebsame Meinungen gar nicht erst zulässt? Der die Zukunft seiner Bürger gegen den Profit ausgedienter Fossilien eintauscht? Der es Superreichen ermöglicht, auf Kosten aller ihren Reichtum zu vererben?

Für ein Land, in dem man das Gefühl hat, dass jeder noch so kleine soziale Fortschritt jederzeit zur Disposition steht. Ein Land, das bereit ist, alles dem wahnsinnigen Mantra des Wachstums zu opfern. Ein Land, das für die beiden größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte maßgeblich verantwortlich ist – und dennoch zulässt, dass sich die zugrunde liegende Ideologie ungehindert ausbreitet, bis hinein in die Parlamente.

Ich könnte ewig so weiter machen, aber ich denke, man erkennt, worauf ich hinauswill. Auch wenn ich gelegentlich Land, Staat, Regierung oder Bevölkerung gleichsetze. Aber die Reichweite meiner Beiträge ist überschaubar, also kann ich mir diese Ungenauigkeit erlauben.

Nein, ich bin nicht kriegstüchtig – und ich will es auch nicht werden. Ich möchte kriegsuntüchtig sein. Nicht in der Lage, auch nur im Traum auf Befehl eine Waffe auf einen anderen Menschen abzufeuern. Angewidert von dem Gedanken, in einem Kontrollraum eine Drohne zu steuern und damit zu töten wie in einem Videospiel. Von Selbsthass zerfressen werden, sollte ich den Schicksalsfaden eines anderen Menschen und das seiner Nächsten durchtrennen. Das Leben und seinen Erhalt in jedem Fall über den Tod stellen.

Und falls nun die Möchtegern-Patrioten meinen, ich sei undankbar, weil dieser Staat ja doch einiges für seine Bürger tue, dann sage ich: In einer Demokratie ist es die Aufgabe des Staates, für seine Bürger da zu sein – denn diese sind der Souverän. Und unter diesem Gesichtspunkt tut dieser Staat viel zu wenig für die meisten.

Und falls die Ewiggestrigen glauben, mir die Familie als Argument entgegenhalten zu können, die ich doch zu schützen hätte, dann erwidere ich: Meine Familie schütze ich nicht, indem ich tot in einem Schützengraben liege, sondern indem ich bei ihr bin. Indem ich sie auf ihrem Weg begleiten kann. Zur Not auch weg – dorthin, wo es weitergehen kann.

Und zu guter Letzt gibt es die Pseudo-Demokraten, die dieses Land für einen Hort der Freiheit und Gleichheit halten. Diese bitte ich, den Beitrag noch einmal von vorn zu lesen.

Mittwoch, 12. Februar 2025

Über die Nazi-Partei

Falls du der Ansicht bist, dass die AFD keine Nazi-Partei ist... 

Nun ja. Vielleicht ist sie das nicht. Vielleicht ist sie ja eine Neonazi-Partei. Oder eine Faschopartei. Oder eine Partei von Rechtsnationalisten. Oder von Reichsbürgern. Oder von Postfaschisten. Oder Präarschlöchern. 

Ist es denn überhaupt wichtig, in welche Schublade man diesen Haufen genau schieben kann? 

Wichtig ist doch: Die AFD steht nicht auf deiner Seite. Sie steht auch nicht auf der Seite derjenigen, die immer noch denken, sie stünde auf ihrer Seite. Sie steht mitnichten auf der Seite der arbeitenden Bevölkerung. Ganz im Gegenteil!

Sie ist eine Partei für Reiche und Wohlhabende. Und mit reich und wohlhabend meine ich richtig reich und wohlhabend, nicht kein Minus auf dem Konto. Sondern mindestens ein mittelschweres Unternehmen. Oder noch besser: viele Immobilien und viele Aktien. Am besten geerbt.

Und sie ist eine Partei der Gut- und Besserverdienenden. Diejeningen die sowieso schon genug, oder mehr als genug, zum Leben haben will sie stark entlasten. Aber auch diejenigen die am wenigsten haben, bekommen, verglichen mit den meisten anderen Parteien, mehr raus.

Aber zu welchem Preis? Was wird die AFD noch an Sozialstaat übrig lassen (können), wenn sie diesem auf radikale Weise die Grundlage entzieht. Was bringen 100€ mehr im Monat, wenn die Krankenversicherung keine Medikamente mehr bezahlt und wichtige Operationen nicht mehr übernommen werden? Wenn der Kindergarten nicht mehr von der Kommune bezuschusst wird und auch die Schule wieder Schulgeld kostet? Wenn die Rentenkasse nicht mehr ausgeglichen werden kann und der öffentliche Nahverkehr eingestellt werden muss, weil Steuergelder fehlen? Wenn nur noch Geld da ist im Bundeswehr und Polizei zu finanzieren? 

Darum: Jede Stimme für die AFD ist eine Stimme gegen dich!


Samstag, 8. Februar 2025

Aufruf an die Arbeitgeber

Diesen Brief habe ich am 03.02.2025 an die Geschäftsführung meines Arbeitgebers geschickt. Hier möchte ich Ihn nahezu unverändert veröffentlichen. Lediglich den Namen des Unternehmens habe ich anonymisiert, da die Veröffentlichung dessen nicht abgesprochen ist.

Vielleicht habt ihr auch einen Arbeitgeber den man aktivieren kann. Ihr dürft euch gerne bedienen.


Liebe Geschäftsführung,
was sich in den letzten Jahren in der Welt abspielt, ist beängstigend. Ich meine nicht die verheerenden Kriege in der Ukraine, in Nahost oder die vielen unbeachteten Konflikte. Ich meine auch nicht die Folgen des Klimawandels, die mittlerweile fast täglich unmittelbar erfahrbar sind.

Ich meine das weltweite Erstarken der Faschisten. Man mag sie auch Nationalkonservative, Rechtspopulisten, Rechtsextreme, Neoliberale oder sonst wie nennen; das macht wenig Unterschied. Denn wenn diese Typen z.B. in Ungarn, Polen, Österreich oder den Niederlanden in der Regierung sitzen, ist das schrecklich. Denn man kann beinahe wöchentlich sehen, wie sie Entwicklungen und Entscheidungen in einem demokratischen Europa beeinflussen und torpedieren. Wenn sie in den USA die Regierung stellen, macht ihre schiere Macht gepaart mit ihrer Unberechenbarkeit das Ganze furchterregend.

Aber nun scheint es, als ob sie auch in Deutschland kurz davor sind den Ton angeben zu können. In dem Land, das eine historische Verantwortung durch den Nationalsozialismus hat, und das sich als Vorbild oder Vorreiter in der Welt oder der EU sieht, und das zumindest teilweise auch ist. Indirekt bestimmen sie auch hier schon lange den Diskurs, denn die Themen werden immer destruktiver und die Rhetorik der meisten Parteien wird immer gruseliger. Dabei haben sie bei der letzten Bundestagswahl nur wenig mehr als 10% erreicht. Man mag sich gar nicht ausdenken was in diesem Lande los sein wird, wenn sie ihre Sitzzahl verdoppeln.

Denn es geht ihnen nicht darum ein paar (mehr) Migranten abzuschieben, kriminelle Ausländer auszuweisen oder zu verhindern, dass ein Paar Schwule heiraten. Es geht Ihnen auch nicht darum die Macht wieder in die Hände des „Volkes“ zu legen oder die sog. Eliten mit dem „Volk“ zu vereinen.

Nein, es geht ihnen darum, absolute politische Macht in die Hände der Exekutive zu legen und die wirtschaftliche Macht in die Hände der Konzerne und der Reichen.

Wenn Ihnen das gelingt, dann wird man nicht mehr sagen können, dass die Regierung schlecht ist, ohne dafür eingesperrt zu werden. Man wird nicht mehr öffentlich bessere Bedingungen für Erzieher, Lehrer und Pflegekräfte fordern können, ohne ein Strafverfahren fürchten zu müssen. Man wird nicht mehr 2 Tage krank sein können und trotzdem bezahlt werden. Ein Mann wird nicht mehr zu Hause die Kinder betreuen können, damit die Frau Karriere machen kann. Vielleicht werden Kinder wieder in der Schule geprügelt und elterliche Züchtigung wird wieder der Standard. Vielleicht dürfen Frauen keine Hosen und Männer keine Röcke mehr tragen. Vielleicht werden sie ökologische Landwirtschaft verbieten und Veganer zum Fleisch Essen zwingen. Bestimmt werden sie das ein oder andere davon nicht machen, aber ganz bestimmt werden sie noch andere, nicht auszudenkende Drangsalierungen und Repressionen umsetzen.

Doch zu guter Letzt wird in einem Schulbuch nicht mehr die Wahrheit über den Holocaust, die Evolution und den Klimawandel stehen dürfen.

Letztendlich ist ihr Ziel uns in ein modernes Mittelalter zu katapultieren und sämtliche gesellschaftlichen Errungenschaften der letzten 200 Jahren zurückzunehmen. Sie nennen das links-grüne Ideologie, so als ob uns das alles von „Oben“ aufgezwungen wäre. In Wahrheit aber ist es Freiheitskampf gewesen, der uns diese Errungenschaften gebracht hat. Freiheitskampf von „Unten“! Unsere Eltern und Großväter, unsere Urgroßmütter und Urahnen haben dafür gekämpft.

Es ist das Leben, das wir gerade leben. Wir Alle! Das Leben, das die meisten von uns weiterleben wollen. Und wenn ich daran denke, dass meine beiden kleinen Kinder in einer solchen Welt ihr Leben verbringen müssten, dann bekomme ich solche Angst, dass ich mit meiner Familie flüchten möchte. Aber wohin? Ich bin 44 Jahre alt, bin in diesem Land aufgewachsen, habe an verschiedenen Orten gelebt und meine Familie hier gegründet. Aber ich war immer hier. Flucht wäre das Allerletzte.

Die deutsche Gesellschaft hat teilweise begonnen sich gegen diese Entwicklung aufzulehnen. Gewerkschaften, demokratische Parteien, NGOs, Kirchen und andere Vereinigungen organisieren Demonstrationen und Informationskampagnen. Nur vereinzelt hört man allerdings Unternehmen, die ihre Stimme deutlich erheben. Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken, warum das so ist. Aber vor der Europawahl war das schon anders.

Gerade *****, als einer der führenden Bildungsverlage Deutschlands, hat aus meiner Sicht eine besondere Verantwortung und Verpflichtung sich dem entgegenzustellen. "Nie wieder ist jetzt!" heißt es. Und vielleicht wäre es besser gewesen Gestern schon etwas getan zu haben, aber Heute ist es bestimmt noch früh genug, während es Morgen bereits zu spät sein könnte.

Daher wünsche ich mir eine klare Botschaft meines Arbeitgebers. Eine Wahlempfehlung wäre wohl nicht angebracht, aber eine Nicht-Wahlempfehlung mit entsprechender Aufklärung sicherlich sinnvoll. Vielleicht als viel größeres Zeichen sogar zusammen mit unseren Mitbewerbern. Und diese Botschaft sollte nicht nur nach Außen gesendet werden, sondern auch nach Innen, ins Unternehmen. Denn machen wir uns nichts vor: Auch unsere Mitarbeiter werden zumindest zum Teil mit der AFD sympathisieren. Ob nun 10, 20 oder 30% spielt keine Rolle.

Bitte tut euer Möglichstes, um den Lauf der Dinge positiv zu beeinflussen.
Denn ansonsten kann all das, für das ***** steht und stehen möchte, und mit dem ich mich als Mitarbeiter identifiziere, umsonst gewesen sein.

Vielen Dank für euer Engagement!

Mittwoch, 5. Februar 2025

Über das Wählen von Nazis

Bald, am 23.2., haben wir wieder die Wahl. Jeder von uns. Gut, nicht Jeder; Aber Jeder der wählen darf. Und auch wenn man uns das Gegenteil immer wieder einreden will: die Wahl hat Gewicht. Jede einzelne Stimme. Also lohnt es sich, genau zu überlegen was man wählt. Da man aber auch immer das wählt, was man ist, muss man in der Regel nicht wirklich lange überlegen. 
Und wer CDU wählt, der ist ganz erkennbar ein echter Nazi. Zum wiederholten Male ubrigens. Denn die echten Nazis sind nicht die Dummbatze, die draußen rumlaufen und Ausländer verprügeln oder "Deutschland den Deutschen" grölen. Die echten Nazis sind die, die sich von Nazis im Bundestag Mehrheiten beschaffen lassen. Um dann eine Kopie der Naziagenda umzusetzen.
Denn auch die Weimarer Republik würde nicht allein durch die Idioten von der NSDAP zertrümmert. Nur mit Hilfe der machtgeilen Parteien der sogenannten Mitte konnte die entscheidende parlamentarische Mehrheit erreicht werden. Damals hießen sie Zentrum, heute Christdemokraten!

Sonntag, 29. April 2018

Warum ich diesen Blog schreibe ...

... ist mir heute mal wieder klar geworden als ich mein Konto bei meta.tagesschau.de eingesehen habe. Von meinen, immerhin 16 Kommentaren in den letzten 16 Monaten, sind 7 durch die Moderation nicht freigegeben worden. Völlig ohne Begründung und für mich nicht nachvollziehbar, vor allem inhaltlich nicht.
Ich habe Niemanden persönlich beleidigt oder diffamiert, nicht zu Gewalt- oder Straftaten aufgerufen. Auch nicht zu Schwarzfahren oder öfftentlichem Urinieren! Allenfalls den ein oder anderen Rechtschreib- und / oder Grammatikfehler kann man mir vorhalten.
Trotzdem wird meine Meinung zurückgehalten, während der gestrige geistige Bullshit Anderer in Hülle und Fülle die Kommentarthreads flutet.
Doch bevor ich fortfahre hier ein paar Beispiele von nicht veröffentlichten Kommentaren, samt Verweis auf den entsprechenden Artikel:
Diese 4 Beispiele sind meiner Ansicht nach ausreichend um verschiedene Schlußfolgerungen zu ziehen:
  1. Zensur ist (zumindest nach meiner Auffassung) ein Eingriff in die freie Meinungsäußerung. Wenn ein Presseorgan einer Nation, die sich zur "freiheitlichen Gesellschaft" zählt, solche Kommentare zensiert, frage ich mich auf welcher Grundlage eben diese Presse denn eigentlich noch arbeiten will. #freethemind
  2. Die Moderatoren der Tagesschau sind allesamt große Freunde der freien Meinung, aber diese muss bitte formal korrekt geäußert werden. Auch kleinste Fehler, die zur Verunglimpfung der deutschen Sprache führen können, sind nicht zu tolerieren!
  3. Die Moderatoren sind gar keine Menschen, sondern schlecht programmierte Bots die nur nach Signalwörtern wie Nazi, Taliban oder Spam suchen und daraufhin den ganzen Kommentar sperren. Es lebe die Dummheit! 
  4. Das führt automatisch zur Vermutung, dass auch Claus Kleber und Gundula Gause gar keine Menschen sind sondern Text Prompter gesteuerte Maschinen. Ich habe es doch gewusst!
  5. Die Tagesschau als Nachrichtensendung der quasi-staatlichen Medien ist überhaupt nicht an Information und Meinungsäußerung interessiert, sondern vorranging an Volksverdummung und Meinungsmache. Das würde erklären warum wir den ganzen Kram auch noch durch eine Zwangsabgabe (GEZ) finanzieren. Es lebe Deutschland!
  6. Es lohnt sich überhaupt nicht sich darüber aufzuregen, denn durch meinen Kommentar würde sich sowieso nichts ändern. Kein geistiger Dünnschiss würde vermieden werden, Keine albernen Entschuldigungsarien vollschlanker Politiker würden entfallen, Keine Festung Europa würde zusammenbrechen, keine Gleichberechtigung geschaffen.

Dienstag, 10. April 2018

Verantwortungsabfall

Tagtäglich werden wir mehr und mehr entmündigt, mal spürbar und mal heimlich, still und leise - je nach Mensch und Sachverhalt. In allen Lebensbereichen geben wir Verantwortung ab, manchmal sogar freiwillig. Man schreibt uns vor was wir wann und wie zu lernen haben, ab welchem Alter wir (wenn überhaupt) rauchen dürfen, bietet uns unzählige Mittel und Hilfen unsere Kontakte und sogar unsere Kommunikation zu pflegen bzw. treffender zu verwalten. Man überwacht uns auf Schritt und Tritt - im Internet, in der U-Bahn, im Auto und sicherlich den ein oder anderen auch zu Hause auf der Toilette. Mit dem edlen Ziel zu verhindern, dass einer von uns auf die fixe Idee kommt ein Böser zu werden um dann Sich und Andere mit Hilfe von 20 Kilo Sprengstoff in Einzelteile zu zerlegen. Oder aber kein U-Bahn Ticket für die Fahrt einzulösen - auch hier je nach Mensch und Sachlage.

Nur beim Thema Mülltrennung sollen wir nahezu eigenverantwortlich das Zepter selbst in die Hand nehmen. Es ist nicht so, dass ich mir und Anderen das nicht zutraue. Schließlich halte ich nachhaltige Abfallverwertung, genauso wie den Klimawandel, nicht für eine "von den Chinesen erfundene" Idee. Ich halte nur die derzeitige Umsetzung der Mülltrennung in Deutschland für falsch und für ein Paradebeispiel wie kapitalistische Verantwortung auf die Gesamtgesellschaft verlagert wird. Und wie mit riesigem Aufwand Symptome bearbeitet werden anstatt die Ursache anzugehen bzw. die Verursacher in die Verantwortung zu nehmen.

Im Prinzip verhält es sich mit der „Müllkrise“ ähnlich wie mit der sog. „Flüchtlingskrise“. Nicht, dass das falsch rüber kommt: Wer in seiner Heimat verfolgt und / oder bedroht wird wegen was auch immer soll bitte herkommen. Und wer einfach keine Lust mehr hat in Tadschikistan, Timbuktu oder sonst wo zu leben und der Meinung ist hier im Reich der „blühenden Landschaften“ sein Glück versuchen zu wollen, der soll das bitte auch gerne tun dürfen. Tausende Deutsche verlassen jedes Jahr ihre Heimat um genau das zu tun, und die wenigsten davon werden hier verfolgt. Allerdings tragen alle Mitglieder der Gesellschaft die Verantwortung für Folgen, die in einer fehlgeleiteten Politik und Gewinninteressen von Konzernen ihre Ursache hat. Während diejenigen die Gewinn machen, Jahr für Jahr mehr Elend und Flüchtlinge auf der Welt produzieren.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Auch wenn man im Westen in der Regel einheitlich von Plastik sprach und man im Osten zumindest schon zwischen Plaste und Elaste unterschieden hat, gibt es heute mehr als 200 verschiedene Kunststoffsorten. Des Weiteren ist Metall nicht gleich Metall - gibt es doch edle und unedle, feste und flüssige Metalle und eine Vielzahl von Legierungen. Beim Papier sieht es nur auf den ersten Blick einfacher aus: Es gibt beschichtetes und unbeschichtetes, bedrucktes und unbedrucktes; nicht jede Pappe ist bunt und ein Löschpapier macht noch keinen Cartoon. Dazu kommen noch verschiedene Glassorten, eine nicht zu bestimmende Menge an Verbundstoffen sowie Produkte in denen alles Mögliche enthalten ist.

Und genau in diesem völlig undurchsichtigen Sammelsurium soll sich Otto-Normalverbraucher auskennen und nachhaltig trennen?! Wobei es nachweislich Menschen gibt, die tatsächlich Schwierigkeiten haben Bio-Müll und Elektroschrott auseinander zu halten?!

Genau da liegt ja eines der Probleme. Ob vorsätzlich oder versehentlich ist da egal, aber 3 Braune im Weißglascontainer sind keine Nazis, ziehen aber ebenso ihr gesamtes Umfeld in den Dreck. Das emsig gesammelte Altpapier in der Plastiktüte und die Batterie im Biomüll sind ebenso gute wie alltägliche Beispiele für falsche Sortierung. Und was geschieht mit diesen Verunreinigungen? Sie müssen nachträglich bereinigt werden, anders kann es nicht funktionieren, oder aber das ganze System ist Bullshit. Warum schmeißen wir dann nicht alles von Anfang an in eine große Tonne und im Nachgang wird dann durch Maschinen sauber getrennt?
Der Mensch hat Roboter geschaffen die im Nanometer Bereich operieren. Es gibt andere Geräte die auch unter widrigsten Bedingungen noch herausfinden können ob das was man durch das Zielfernrohr sehen kann ein Mensch ist oder ein Baum. Scanstraßen finden an Flughäfen jede aus Versehen ins Handgepäck geratene Whiskeyflasche oder auch mal eine Kuchengabel. Aber Plastik von Metall sollen wir selbst unterscheiden. Jeden Tag und nach jedem Einkauf aufs Neue! Warum?

Bezahlen tun wir das Ganze sowieso. Verpackungen werden über den sog. „Grünen Punkt“ entsorgt, der mittlerweile von einer privaten Gesellschaft betrieben wird, die schon mehrfach zünftig die Preise erhöht hat. Die Biotonne und die Restmülltonne werden quartalsweise abgerechnet. Die Entsorgung komplett recyclebarer Stoffe wie Glas und Papier ist zwar umsonst, die Gewinne des Weiterverkaufs landen aber beim lokalen Entsorgungsunternehmen. Darum!

Müllentsorgung ist ein riesiger Markt, den sich wenige „Große“ fein säuberlich in Deutschland aufgeteilt haben und deren Lobby ähnlich mächtig ist wie die Lobby derer die mit Ihren Waffenexporten die Entsorgung von Menschen möglich machen. Und wie in jedem anderen oligopolen Markt wird auch im Müllmarkt mit harten Bandagen gekämpft, auch um jedwede Veränderung im Keim zu ersticken. Da in Italien (und wohl auch in anderen Ländern) dieses Geschäftsfeld durch die Mafia kontrolliert wird, ist das doch auch in Deutschland wahrscheinlich. Nicht? Worin besteht denn eigentlich der Unterschied zwischen der Mafia und einem Großkonzern? Das würde den Rahmen dieses Textes sprengen!

Deswegen ist es mit der Müllvermeidung auch so schwierig. Würden wir weniger Müll produzieren müssten wir auch nicht soviel trennen. Stattdessen wird immer mehr Müll produziert:
Teebeutel die einzeln in Plastikbeuteln stecken, die wiederum in einer Pappschachtel stecken, die wiederum von Plastikfolie umschlossen ist - Käsescheiben die voneinander durch Plastikscheibchen getrennt sind und in einer Plastikschachtel stecken - Zigarettenfilter die zu zehnt in einer Plastikfolie verpackt sind die dann wiederum in einer Pappschachtel stecken – Aller möglicher andere Quatsch, den kein Mensch braucht und der quasi nur für die Entsorgung produziert wurde.
Müll ist Geld und Geld ist Gewinn für Wenige, aber Verlust für die Meisten. In diesem Fall gewinnen auf jeden Fall Verpackungsindustrie und Müllentsorger, verlieren tun aber alle. Mensch und Umwelt. Und wenn wir uns beim Einkauf den Beutel vollmachen klimpert es spätestens beim Gang zu einer der vielen Tonnen im Hinterhof in den Taschen der Gewinnenden.

Einhergehend mit der Mülltrennung wird uns in den letzten Jahren immer mehr eingeredet, dass die Müllvermeidung die ureigenste Aufgabe jedes Einzelnen sei. Das ist sie genauso wenig wie die Müllproduktion.

Solange die Verursacher allerdings weiterhin die Verantwortung von sich abfallen lassen können, werden wir es wohl machen müssen. Denn wer an freiwillige Selbstkontrolle von Unternehmen glaubt der denkt tatsächlich auch dass Deutschland am Hindukusch sicher gemacht wird.

Sonntag, 8. April 2018

Leitkultur

Laut Google Wörterbuch ist die Leitkultur ein "System gesellschaftlicher und kultureller Eigenschaften, an denen sich ein Land oder eine Nation orientieren soll."

Wenn man sich nun die Leitkultur des Landes in dem ich lebe und der Länder an denen es sich in seiner Leitkultur orientiert anschaut, kann man Folgendes Feststellen:
Die hiesige Leitkultur besteht vor Allem darin, dass ein Haufen Leute den ganzen Tag substanzlosen Müll von sich gibt. Dieser wird wiederum von anderen Leuten 'geliked' oder mit noch substanzloserem Müll kommentiert. Dazu gesellen sich andere Leute die den lieben langen Tag andere Leute 'shitstormen', letztendlich also mit substanzlosem geistigem Müll überschwemmen.

Zumeist sind die Geshitstormten (oder Stormgeshitteten?) diejenigen Menschen, welche den Zustand der Leitkultur, also der ständigen geistigen Müllproduktion, anprangern.

Und dann stellt Mensch verwundert fest, dass es auf dieser Welt Länder gibt, die die deutsche Leitkultur nicht für den Apfel der Erkenntnis halten. Diese Opfer, isch ficke sie!

Mittwoch, 19. Juli 2017

Vorbilder für Erdogan

Jetzt ist es endlich soweit! Auch die USA, der selbsternannte Vorreiter für Freiheit und Gerechtigkeit auf der Welt, verurteilen die Festnahme von Menschenrechtsaktivisten in der Türkei. Falls diese Verurteilung mehr Wirkung erzielen sollte als die eher zaghaften Versuche der Deutschen Kanzlerin, was sicherlich zu begrüßen wäre, sollte man sich trotzdem fragen: Warum und mit welchem Recht kritisieren die BRD und die USA die Türkei bzw. das Vorgehen des türkischen Staatsapparates?

Denn eigentlich sind beide Länder die besten Vorbilder für Erdogan und seine Schergen!

Auch wenn der referenzierte Artikel schon etwas älter ist, so werden in Guantánamo Bay noch immer Menschen ohne Prozess und unter Folter festgehalten, kollektiv als Terroristen vorverurteilt! Das Versprechen des ehemaligen US Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers (dieser Mann hat Todesbefehle gegeben!) Barack Obamas, das Internierungslager komplett zu schließen, wartet ebenfalls noch auf seine Einlösung.

Der Umgang der BRD mit den entzogenen Akkreditierungen im Zuge des G-20 Gipfels ist ein Musterbeispiel für staatliche Willkür und kollektive Vorverurteilung. Zusätzlich ist der Vorgang noch als ein groß angelegter Angriff auf die Presse- und Informationsfreiheit zu sehen!

Sicherlich kann man Menschenrechtsaktivsten nur schwer mit tatsächlichen Terroristen vergleichen und eine entzogene Presseakkreditierung ist nicht dasselbe wie Freiheitsentzug, aber das staatliche Vorgehen ist in allen Fällen und Ländern gleich. Kollektiv wird verurteilt, ohne Prozess und ohne Aufklärung!

Bevor man also den Schüler beurteilt, sollte man sich genau überlegen ob und in welchen Disziplinen man Lehrer und Vorbild sein will!